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Sakrales Chordom


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Sakrales Chordom

Allgemeines

 Das Chordom ist ein sog. primärer Knochentumor, d.h. diese  Krebsart entsteht nicht durch Metastasen eines anderen  Tumors, sondern stellt eine eigenständige Erkrankung dar.  Man nimmt eine Enstehung aus Überbleibseln der Chorda  dorsalis (aus der bei der Embryonalentwicklung die  Wirbelsäule entsteht) an [1], was auch die typische  Lokalisation im Sakrum (Kreuzbein; grün im Bild), der  Schädelbasis sowie zu einem geringen Teil an mobilen  Segmenten der Wirbelsäule erklärt. Hierbei treten etwa  50% der Chordome im Sakrum, 35% an der Schädelbasis  im Bereich der Clivus sowie ca. 15% an Segmenten der  Wirbelsäule auf [2].


Häufigkeit und Vorkommen

Chordome sind sehr seltene Tumore. So gibt es einen Erkrankten bezogen auf eine Million Menschen. Diese Zahlen sind für die USA und Europa in etwa gleich, für andere Regionen liegen keine Zahlen vor. Chordome machen ca. 2% aller Knochentumore aus. Beim sakralen Chordom sind Männer etwa doppelt so häufig wie Frauen betroffen. Hier liegt das mittlere Erkrankungsalter bei ca. 60 - 65 Jahren [5], eine Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr ist eher selten. Allerdings können sogar Kinder an Chordomen erkranken [6].



Symptome

 Häufigstes Symptom eines sakralen Chordoms sind Schmerzen im  Lendenwirbelbereich, im Bereich des sog. Iliosakralgelenks sowie im  Bereich des Gesässes [3]. Außerdem können "Nervenschmerzen" durch  Irritation des Nervus ischiadicus ("Ischias-Nerv") auftreten, die dann  typischerweise und im Gegensatz zu reinem Ischias-Schmerz wechselseitig  auf beiden Körperseiten auftreten können [3]. Ebenfalls sind Schmerzen  durch Nervirritationen des lumbalen Bereiches möglich (gelb im Bild;  entspricht etwa dem Bereich von der Leistengegend abwärts). Alle diese  Symptome sind relativ  unspezifisch und führen häufig erst zu einer  Diagnose, wenn die Läsion  schon recht groß ist [4]. Bei Läsionen oberhalb  von S3 ("S" steht für  Sakralsegment und gezählt wird von oben nach  unten) sind Darm- und  Blasenstörungen anzutreffen, hierbei vor allem  Obstipation (Verstopfung)  sowie Entleerungsstörungen der Blase. Sobald  eine Sakralwurzel (die  an den Segmenten austretenden Nerven werden  "Wurzeln" genannt)  direkt durch den Tumor komprimiert wird, treten  neurologische Ausfälle auf, die sich neben starken Schmerzen vor allem  durch Sensibilitätsstörungen, plötzliches Schwächegefühl in den Beinen  oder auch bei Männern zusätzlich durch plötzlich auftretende  Erektionsstörungen bemerkbar machen.


Prognose

Die Prognose für das sakrale sowie in den Segmenten befindliche Chordom ist im Gegensatz zu früheren Ansichten nicht sonderlich gut. So wird in einer schwedischen Studie [7] die 5-, 10-, 15- und 20-Jahresüberlebensrate mit 84%, 64%, 52% und 52% angegeben.
Andere Angaben gehen von einer durchschnittlichen krankheitsfreien Zeit von ca. 63 Monaten aus und geben eine durchschnittliche Überlebenszeit von ca. 7 Jahren an [8]. 
Wichtigstes Kriterium scheint hierbei die Ränder., d.h. wie nahe der operierte Tumor an den Schnittrand heran reicht. Die beste Prognose haben hierbei sog. R0, d.h. im Gesunden entfernte weite Ränder, gefolgt von marginalen Rändern und solchen, die durch den Tumor gehen (intraläsionale). Als negative progostische Faktoren haben sich größere Tumorgröße, inadäquate chirurgische Ränder, mikroskopisches Tumorwachstum sowie lokale Rezidive erwiesen. Lokale Rezidive treten beim Chordom relativ häufig auf, im Durchschnitt nach ca. 18-24 Monaten. Ein relativ spätes Auftreten von Metastasen, insbesondere in der Lunge wird bei 5% - 40% [12] der Erkrankten beobachtet. Hierbei sind vor allem Patienten mit besonders großen Chordomen, die sich relativ weit nach Richtung Kopf erstrecken (das ganze Sakrum und / oder in den lumbalen Bereich hereinwachsen, gelber Bereich im Bild oben).
Trotz allem scheint das Chordom aber ein relativ schwer einschätzbarer Tumor zu sein, und längeres Überleben trotz multipler Metastasen wird berichtet.
 

 
 
 
   

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